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Irland: Wirtschaft

28.12.2018 - Artikel

Wirtschaftslage

Irlands Volkswirtschaft ist exportorientiert und offen für ausländische Investoren. Das Land profitierte deswegen auch stark von der Globalisierung und seiner Mitgliedschaft in der EU.

Auf einen langen Aufschwung seit den 90er Jahren mit hohen Wachstumsraten, steil wachsendem Pro-Kopf-Einkommen und starkem Rückgang der Arbeitslosigkeit folgte eine tiefe Rezession, ausgelöst durch die Finanzkrise 2008. In der Folge war Irland zwischenzeitlich auf den „Rettungsschirm“ der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) angewiesen. Inzwischen hat sich das Land weitestgehend von der Finanzkrise erholt und verließ auch bereits 2013 das EU/IWF-Programm wieder.

Irland verzeichnet wieder gute Wachstumszahlen (2015: +25,6% 2016: +5,1%, 2017: +7,8%, 2018: geschätzt 8,5% und 2019: geschätzt 4,5%) und ist hier sogar seit Jahren Spitzenreiter im Vergleich mit den anderen Mitgliedstaaten der EU. Die Arbeitslosenquote lag 2017 geschätzt bei 6,1% und für 2018 aktuell geschätzt bei 5,3% (Quelle: Eurostat) - das Land steuert auf die Vollbeschäftigung zu.

Der anstehende EU-Ausstieg Großbritanniens im März 2019 bringt Belastungen und Unsicherheiten für Irland mit sich. Die irische Wirtschaft ist stärker als die aller anderen EU-Mitgliedsstaaten mit der britischen Wirtschaft verknüpft. Nach den USA ist Großbritannien der wichtigste Exportpartner für Irland.

Außenwirtschaft

Irland ist weiterhin ein attraktiver Standort für ausländische Direktinvestoren (allen voran US-amerikanische Investoren), die von Irland aus exportieren. Die Schwerpunkte liegen hier in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Kommunikationsindustrie, Software- und Pharmaprodukte sowie Medizinindustrie.

Irlands Exportsektor, zu dem auch heimische Unternehmen vor allem im Agrar- und Nahrungsmittelsektor zählen, ist international wettbewerbsfähig. Der Handelsbilanzüberschuss ist mit etwa 43 Mrd. Euro bemerkenswert. Die Ausfuhren betrugen 2017 ca. 122 Mrd. Euro gegenüber ca. 79 Mrd. Euro Einfuhr (Quelle: Eurostat). Zu den attraktiven Rahmenbedingungen gehören eine gute Infrastruktur, ein vor allem im universitären Bereich leistungsfähiges Bildungswesen, attraktive Lebensbedingungen, die englische Sprache, der EU-Binnenmarktzugang, ein niedriger Unternehmenssteuersatz von 12,5%. An dem niedrigen Unternehmenssteuersatz will Irland trotz internationaler Kritik festhalten. Die Bemühungen der OECD und EU, schädlichen Steuerwettbewerb zu vermeiden, hat Irland mit dem Beschluss zur Abschaffung des “Double Irish”-Steuermodells unterstützt. Nach diesem Modell konnten Körperschaftssteuern durch Einbeziehung irischer Gesellschaften stark reduziert werden. 2016 verabschiedete Irland ein Gesetz, wonach für Gewinne aus in Irland entwickelten Patenten und ähnlichen immateriellen Gütern die Steuerbelastung auf 6,25% halbiert wurde. Hierdurch wird die Erhöhung der Steuerbelastung im Zuge der Abschaffung des “Double Irish”-Modells teilweise kompensiert.

Staatsverschuldung

Durch weit überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum und damit verbundene hohe Steuereinnahmen konnte die Staatsverschuldung von 95% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 1990 auf 25% des BIP im Jahr 2007 gesenkt werden. Im Zuge der Krise stieg die Staatsverschuldung jedoch wieder an und lag 2012 bei 119,6% des BIP (Quelle auch für nachfolgende Zahlen: Eurostat). Irland verfolgt seitdem einen kontinuierlichen Abbau der Schulden. 2016 war die Verschuldung bereits wieder auf 72,8% reduziert, 2017 auf 69,9% und 2018 auf 68,4%. In Folge des Brexits wird ein abgeschwächtes BIP-Wachstum in Höhe von 2,8% (EEA Szenario), 4,3% (CU und FTA Szenario) oder 7% (WTO Szenario) erwartet.

Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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