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Erbschaftsangelegenheiten

Auf einem orangefarbenen Papier liegt ein Füller.

Erbrecht und Nachlassangelegenheiten, © Colourbox

01.12.2017 - Artikel


Allgemeine Hinweise



Nachlass in Deutschland

Im deutschen Recht geht der Nachlass einer verstorbenen Person (im Deutschen Erblasser genannt) unmittelbar auf den oder die Erben über (sogenannte Universalsukzession).
Zum Nachweis, wer Erbe geworden ist, dient der Erbschein, den das zuständige Nachlassgericht in Deutschland auf Antrag eines Erben oder mehrerer Miterbenausstellt. Durch den Antrag auf Ausstellung eines Erbscheins gibt der Erbe zu erkennen, dass er die Erbschaft angenommen hat.

In manchen Fällen, so zum Beispiel, wenn der Nachlass überschuldet ist, kann es jedoch ratsam sein, die Erbschaft nach dem Erblasser auszuschlagen. Hierfür muss der Erbe innerhalb einer bestimmten Frist dem Nachlassgericht gegenüber erklären, dass er die Erbschaft ausschlägt. Wer die Erbschaft nicht innerhalb der Frist ausschlägt, ist Erbe geworden. Sollten Sie die Erbschaft ausschlagen wollen lesen Sie bitte die
Informationen unter "Erbausschlagung".

Beantragung eines Erbscheins
Bitte laden Sie den hier zur Verfügung gestellten Fragebogen herunter, der zur Vorbereitung eines Erbscheinantrages dient. Drucken Sie den Fragebogen aus und füllen Sie ihn so komplett wie möglich aus. Anschließend übersenden Sie den Fragebogen bitte an die Botschaft in Dublin unter Beifügung von Kopien der relevanten Personenstandsurkunden, Testamente, etc.
Falls es ein Testament gibt, werden ebenfalls Informationen über ein hier eventuell durchgeführtes Probate-Verfahren benötigt.
Auf der Grundlage Ihres Fragebogens wird die Botschaft einen Erbscheinantrag entwerfen und sich mit Ihnen zur Vereinbarung eines Termins für die Beurkundung der Erbscheinverhandlung in Verbindung setzen.
Für die Beurkundung wird eine Gebühr anfallen, die in bar zu entrichten ist. Sie richtet sich nach dem Wert des Nachlasses.
Nach der Beurkundung erhalten Sie den beurkundeten Antrag im Original, sowie die erste Ausfertigung. Das Original oder die erste Ausfertigung muss anschließend von Ihnen nebst beglaubigten Kopien der erforderlichen
Personenstandsurkunden (und, sofern diese in englisch oder einer anderen Sprache errichtet sind, nebst deutscher Übersetzung) an das zuständige Nachlassgericht in Deutschland übersandt werden. Dort wird für den Erbschein selbst eine weitere Gebühr anfallen.


Erbschein


Fragebogen zur Vorbereitung eines Erbscheinantrages


Erbausschlagung


Ausschlagung einer Erbschaft
Alle hiesigen Angaben beruhen auf Erkenntnissen und Einschätzungen der Botschaft zum Zeitpunkt der Textabfassung. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit, insbesondere wegen zwischenzeitlich eingetretener Veränderungen, kann keine Gewähr übernommen werden.
Nach deutschem Recht erben die Erben nicht nur Vermögen, sondern auch etwaige Schulden des Verstorbenen, für die sie aufkommen müssen. Letzteres kann durch die Ausschlagung der Erbschaft vermieden werden. Durch die Erbausschlagung erben die nächstfolgenden Personen in der Erbfolge.
Möchten diese Personen das Erbe ebenfalls nicht antreten, müssen sie ihrerseits die Erbschaft ausschlagen.
Zuständigkeit:
Als Nachlassgericht ist nur das Amtsgericht zuständig, in dessen Bezirk der deutsche Erblasser zum
Zeitpunkt des Todes seinen Wohnsitz oder Aufenthalt hatte. Das gilt sowohl für die Entgegennahme
der Erbausschlagung als auch für die Möglichkeit, die Erklärung zu Protokoll (also mündlich) zu erklären.
Hatte der deutsche Erblasser im Inland keinen Wohnsitz oder Aufenthalt, so ist das Amtsgericht Schöneberg, Grunewaldstr. 66-67, 10823 Berlin, zuständig.
War der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes Ausländer und hatte im Inland weder Wohnsitz noch
Aufenthalt, ist jedes Amtsgericht in Deutschland (für den gesamten Nachlass) zuständig, in dessen
Amtsbezirk sich Nachlassgegenstände befinden.
Frist für die Ausschlagung
Die Ausschlagung wird nur wirksam, wenn die Erklärung dem Nachlassgericht innerhalb einer Frist
von sechs Wochen zugeht. Die Frist beträgt sechs Monate, wenn der Erblasser seinen letzten Wohnsitz
nur im Ausland gehabt hat oder wenn sich der Erbe bei Beginn dieser Frist (s.u.) im Ausland aufgehalten hat.
Die Frist beginn t mit dem Zeitpunkt, in dem der Erbe von dem Anfall der Erbschaft und dem
Grund der Berufung zum Erbe Kenntnis erlangt hat. Ist der Erbe durch Verfügung von Todes wegen
(Testament oder Erbvertrag) berufen, so beginnt die Frist nicht vor Eröffnung der Verfügung von Todes wegen durch das Gericht. (Wichtig: Wenn der Erbe bei Todesfall seinen Wohnsitz im Ausland gehabt hat, hat er sechs Monate Zeit für die Ausschlagung, auch wenn er z.B. am Todestag selber in
Deutschland war.) Für einen Erben, der erst durch die Ausschlagung einer zunächst zur Erbschaft berufenen Person Erbe geworden ist, beginnt die Frist mit Kenntnis dieser Tatsache.
Form der Ausschlagung
Die Ausschlagung kann dem zuständigen Nachlassgericht (andere Amtsgerichte sind zur Entgegennahme der Ausschlagungserklärung nicht berechtigt) entweder mündlich zu Protokoll oder in schriftlicher
Form erklärt werden. Bei schriftlicher Erklärung der Ausschlagung muss die Unterschrift von einem Notar in Deutschland oder, bei Aufenthalt im Ausland (Irland), von der Deutschen Botschaft Dublin beglaubigt werden. Hierbei fallen 20,- Euro Gebühren in bar an. Eine Unterschriftsbeglaubigung durch andere Stellen ist nicht zulässig, die Erbausschlagung damit nicht wirksam.
Eine Ausschlagung darf nicht unter einer Bedingung erklärt werden (z.B., um einer bestimmten Person
das Erbe zukommen zu lassen).
Erbausschlagung durch gesetzlichen Vertreter
Soll für minderjährige Kinder das Erbe ausgeschlagen werden, kann deren gesetzlicher Vertreter die
Erbschaft ausschlagen. Bei gemeinsam sorgeberechtigten Eltern müssen beide Elternteile das Erbe für
ihr Kind ausschlagen. Es gelten die oben genannten Form- und Fristvorschriften. In der Regel ist zur
Ausschlagung durch den gesetzlichen Vertreter die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts erforderlich, die ebenfalls innerhalb der oben genannten Fristen bei dem Nachlassgericht eingegangen sein
muss. Diese Genehmigung ist für minderjährige Kinder nicht erforderlich, wenn das Kind erst
durch die Ausschlagung des zunächst erbberechtigten Elternteils Erbe geworden ist, der das
Kind auch gesetzlich vertritt. Gleiches gilt, wenn für einen Erben ein Vormund bestellt wurde. Nach
deutschem Recht erben die Erben nicht nur Vermögen, sondern auch etwaige Schulden des Verstorbenen, für die sie aufkommen müssen. Letzteres kann durch die Ausschlagung der Erbschaft vermieden
werden. Durch die Erbausschlagung erben die nächstfolgenden Personen in der Erbfolge. Möchten diese Personen das Erbe ebenfalls nicht antreten, müssen sie ihrerseits die Erbschaft ausschlagen.
Ausschlagungserklärungen mit und ohne Einbeziehung von minderjährigen Kindern finden Sie auf der
Internetseite der deutschen Botschaft in Dublin. Bitte füllen Sie diese aus und kommen Sie mit dem
Schreiben des zuständigen Nachlassgerichts (so Sie eines bekommen haben) zu den regulären Besuchszeiten in die Botschaft.
Erbermittlung
Eine Erbenermittlung über die deutsche Botschaft kann nicht erfolgen. Die Erbenermittlung kann mit
der Hilfe eines bevollmächtigten irischen Rechtsanwalts erfolgen.


Formular zur Ausschlagung des Erbes


Weitere Informationen

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